Blumentorte

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Tencel – denk mal beim Kaufen

über Ist Baumwolle wirklich öko ?

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6.er Geburtstag heute

WordPress gratuliert mir heute zu 6 Jahren Blogbetrieb. Nebenan stimmt die Mitbewohnerin die Gitarre, draußen geht ein warmer Wintertag marillenfarbiglilablassblau zu Ende und die Flowermaid hat einen George Michael Song gepostet (was nicht fair ist, denn schließlich wollte ich doch. Liebe Grüße to you!). Nebenan muss jetzt die Querflöte ran, das ist nicht so sanftmütig wie das Gitarrengestreichel, wenn gleich auch noch die Aguillera Röhre losgeht, dann weiß ich gar nicht mehr, ob Geburtstag oder Weihnachtsvorspiel. Das Menschenkind ist begabt, aber besinnlich ist anders. Ich denke an die vielen Jahre Schreiberei und freu mich leise, denn die Sammlung ist ein Stück Leben, meine Geschichte in Wort und Bild, vieles, das man vergessen hätte können. Da passt das sentimentale Different Corner ganz gut. Was, wenn man anders abgebogen wäre? Heute ein Gespräch geführt in dem so viel Wehmut verwoben wurde, dass es die Mundwinkel beschwerte, als hingen Wassereimer dran. I cried a river over you, Ach, dass dem Menschen dieses Wünschen und Sehnen so gegeben ist, dieses absolut idiotische Waswärewenn und dieses Wozudann und auch das AhneneskommtwasNeues. Glitzeronthewater. Und dann dieses Weihnachten mit den Ritualen der alten Rauhnächte und meinem geliebten Silvester. Kreise schließen sich, Neues taucht am Horizont auf. Man geht um die nächste Ecke, wirft den alten Mantel ab und steht im hellen Schein. Eben noch marilleblassblau und plötzlich Gold. Nebenan wieder Gitarre und Gesang. Klingt nach wirklich guter Musik. Ein neues Tor auch hier. Ein Tränchen der Rührung. 6 Jahre Blog. Ja, und es weihnachtet sehr.

A thousand kisses deep (L Cohen)

Für so manche Musikerfahrung muss man sehr viel älter werden als 25. Was in Ordnung ist. Ich esse erst seit ein paar Wochen Datteln und im Speckmantel, was ich vor einigen Monaten noch weit von mir gewiesen hätte. Jetzt also Leonard Cohen. Die Nicht-Kenner werden nach wenigen Takten wegklicken, weil sie es monoton finden könnten. Ich gehe mit ihm im Ohr im Winterwald spazieren, während es schneit. Statt Weihnachtsdingeling. Ist wie Schwimmen. Im Speckmantel versteht sich.

A thousand kisses deep

Drei geteilt durch 33

Jeden Morgen 3:33 wach, seit Wochen. Vor allem die Stunden bis die Sonne aufgeht sind schwierig. Nach ein paar Atemzügen im Dunkeln wird das Verlangen übermächtig, kühle Nachtluft ins Zimmer zu lassen, die aus dem stillen Draußen, scheinbar aus dem All hereinströmt und die Fragen wieder ins Wirbeln bringt. „Wie oft wohl?“ „Wie lange schon?“ „Warum?“ „Wieoftwielangewarumwieoftwielangewarum“. Keine Geräusche zu machen obwohl der Tatendrang viel mächtiger ist als alle restlichen Stunden des Tages. Nicht lesen können, weil die Hände und die Geister im Kopf keinen Frieden schenken sondern herumwieseln wie fehlgeleitete Irre auf einem Fließband ins Nirgendwo. Wieoftwielangewarum. Meditation beginnen. 15 Minuten Frieden. Blick auf Uhr, erst 4 geteilt durch 5. Lesen undenkbar. Mit irgendeinem Kräutertee die bittere Galle runterschlucken, die sich dem Weg nach oben bahnen will und doch nur die Mundwinkel hässlich beschwert.  Dann am Fenster sitzen und im Osten auf das Orange warten. Manchmal noch Sterne. Die Ampel am Ende der Straße beginnt um 6 Uhr grün zu werden und brennt einen Punkt in meine müden Pupillen. Endlich 7 geteilt durch 15. Orange am Horizont. Spazierengehen im Frost, vorbei am gelben Blümchenfeld. Raps oder so. Wirken, als hätten sie Nachts den Sommer getanzt und eine Fee hätte sie verflucht täglich ab 7:15 unter weißen Frostschichten zu erstarren. Ihr gelbes Kleid vom Ball tragen sie noch. Den Tag im Grau irgendwie durchleben bis 21 Uhr. 2 geteilt durch 2 ist mal eins gewesen. One. Und jetzt ist es 3 geteilt durch 33. Irgendwann wird das Orange heller strahlen als die Frage ins Unendliche. Nur noch ein paar Tage.

Museo della Follia – Museum des Irrsinns

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Eine sehr beklemmende Atmosphäre herrschte in den Räumen des Museums. Schwarze Wände, gedämmtes Licht, angestrahlte Kunst und echte Relikte rundum das Thema „Irrenanstalt“, zum Teil mit gefundenen und im Raum der Erinnerungen zur Collage sortierten armseligen Besitztümern der Insassen, zum Teil mit Zeichnungen oder Fotos der großen Meister, wie z.B. Goya, zum Thema Wahnsinn, ebenso zu der Frage der Menschlichkeit und dem menschenverachtenden Umgang mit kranken, geistig oder körperlich behinderten Menschen, Patienten, die wegen Demenz, Wahnsinn, Hysterie, Homosexualität, Anomalien oder aus anderen, oft fadenscheinigen Gründen, von der Welt weggesperrt wurden. Das große Bild zeigt ein sog. „Zigeunerkind“ (gemalt von Gaetano Esposito). Die Impressionen waren verstörend und bisweilen bizarr bis komisch in der Kreativität. Wandelnd in diesen düsteren Fluren, die plötzlich im Nichts endeten, kroch einem vor allem die Eindrücklichkeit der tiefen Einsamkeit und Verlassenheit dieser armen, verlorenen und gequälten Geschöpfe unter die Haut. Da halfen auch keine Sonnenreflexe danach, auf dem Gardasee am Nachmittag. Das Frösteln blieb.

http://www.museodellafollia.it/la-mostra/?lang=en

 

 

Flucht in die Unterwelt

Sie saßen auf den Stufen an der Hausmauer, die zum Souterrain führten und schwiegen mit gesenkten Köpfen. Als Dee plötzlich den Kopf zu ihm drehte und ihn ansah, fielen ihr die nassen Haare vor die Augen und versperrten ihm die Sicht in ihre dunklen Pupillen., nur an ihrem bebenden Kinn erahnte er die ohnmächtige Wut, die in ihr tobte.  Von oben tropfte der Regen unerbittlich auf sie nieder, kalt und hart, und formte sich zu Bächen, die an ihren Jeans vorbei abwärts rannen. Das Gitter des Kanaldeckels zu ihren Füßen quoll über und war kurz davor, sich zu heben. Was darunter war wollten er nicht wissen, aber er ahnte, dass Dee  nicht davor zurückschrecken würde, in die Kanäle zu steigen. Er fror, alles an ihm war klamm und lag eisig auf seiner Haut.  Ihr Gesicht war nun ganz nahe an seinem, er konnte ihren heißen Atem an den Lippen spüren.  „Und, was ist jetzt, kluger Mann? Gehen wir gemeinsam in die Unterwelt?“ raunte sie ihm zu. Er zuckte zurück, konnte nicht glauben, dass sie ihn so da sitzen lassen würde. Unmöglich! Dann jedoch stand sie geschmeidig auf, grinste ihn an, legte die Finger an die Lippen, steckte den Haken in den Metallrand des Kanaldeckels, hob ihn heraus und kletterte an der seitlichen Metalltreppe abwärts. Sie blickte nicht einmal mehr zu ihm hinauf bevor sie verschwand.  Aus der Tiefe hörte er das Tosen der Wassermassen, die sie davontragen würden.  Das Letzte was er von ihr sah, war die winzig kleine Hand, die den Rand der obersten Metallstufe umklammerte, dann war sie aus seinem Sichtfeld verschwunden.

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Erhebet die Herzen

Was soll ich sagen, das Wannenbad war toll. Erkenntnisse noch und nöcher. Bemerkt, dass sich kein Wort auf „Silber“ reimt, eine davon. Schäume  betrachtet, warum die nicht lila sind hat mich lange beschäftigt. Und übrigens auch nicht blau trotz des blauen Badewassers. Gestern dann diese Herbstgewalten da draußen. Natürlich raus gegangen, wozu sind sie sonst da, die Gewalten. Über die Gewaltenteilung in meinem Leben nachgedacht. Darauf gekommen, dass man wirklich nicht alles glauben sollte, was man denkt. Letztlich das Herz mal gefragt. Eine gute Idee. Hier spricht Dein Herz

Novemberblau in der Wanne

Ist ja  bekanntlich nicht jedermanns Sache, so ein Novembertag. Die Stadt wird heute Nachtblau tragen, es gibt einen Ball, an dem ich auch in diesem Jahr nicht teilnehmen werde und es gibt Menschen, die mich dort nicht treffen werden, weder mit Blicken noch mit Worten, was gut ist für mein Herz. Da muss man ja aufpassen mit dem eigenen Herzen, sonst gibt es bekanntlich Malheur und Sauerei. Und keiner kommt putzen. Dieses Herz wird daher abends im Novemberblau herumtreiben, der Badezusatz ist bereits gekauft und für den Abend parat. Dieses Jahr keinen Campari dazu. Jajaja, als einzige Frau in diesem Land, die ohne Proseccofreuden lebt, sollte man irgendwann konsequent auf Hochprozentiges umsteigen. (Guinness kommt nicht mehr in Frage, letzten Samstag wieder probiert: so viel Flüssigkeit bis man halbwegs angeheitert ist und dann sofort diese lähmende Müdigkeit. Nä. Not for me.) Schnaps ist da deutlich schärfer und spart wirklich Zeit. Ohnehin bin ich da im Vorteil: Ich trinke das ganze Jahr nix, mein Körper ist daher im Falle sehr kooperativ und hupps, bin ich nachtblau. Okay, man schreibt so keine Romane, dazu bräuchte man guten Rotwein oder Whisky, so las ich, außer der Name endet mit „ski“ oder „way“… aber wer will schon immer Romane schreiben? (Und Bukowski lag ja vermutlich eher unter dem Tresen, wo es sicher auch warm und glitschig ist im Morgengrauen… mal ehrlich, dann hat der Bukowski da geschrieben? Oder ist er heimgewabert und hat dann vergeistigt zu Stift und Papier gegriffen? Ohne Wanne, glaube ich. Ist offenbar ein dreckiges Wunder von Mann gewesen. Was gut sein kann. Aber nicht muss. Außerdem hat der sicher nicht gut gerochen.) Ich werde nach Jasmin duften. Mit Williams-Fähnchen. Auf der blauen Packung von dem blauen Badezusatz eine Frau im Yogasitz. Das könnte man versuchen… quer vielleicht…? Aber dann schreiben? Schreiben in der Wanne ist ja schon nüchtern und geradeaus ein Gefrickel ohne Gemütlichkeit. Am Ende heulste vor Ungeschick. Lieber führt man Selbstgespräche oder singt ein paar Lieder. „Badewannentango“

läuft irgendwann ziemlich flüssig, zumindest der Refrain.  (Was man da in der blauen Wanne sonst so macht besoffen herumliegend im Blau?…. Also, keine Ahnung, ich kann mich nicht erinnern.)

Fraygeist: Was Du Liebe nennst

Fraygeist Was Du LIebe nennst

Man kann ja nicht jeden Tag Rosenäpfel backen. Vor allem nicht essen. Wenn Rosen und Äpfel nicht verfügbar sind tritt die Musik auf den Plan. Einer muss ja, ne.

 

Beruhigender Rosenapfel

Der Rosenapfel. Im Morgengrauen gebaut wegen notwendiger Kreativarbeit zur Verdrängung unliebsamer Gedanken und Gefühle. Wo Hände arbeiten fängt Heilung an. Also in den  Rosenblätterteig Apfel, Zimt und Rohrzucker verkünstelt. Das beruhigte enorm.  Ofenalchimie ist immer gut.  Dennoch: Ich glaube der Zauber war am größten als er warm und innen noch matschig aus dem Ofen kam. Als er sich festigte und anfing, richtig gut auszusehen, elegant und formvollendet überzuckert, da war sein bester Moment eigentlich schon vorbei. Sah gut aus, aber geschmeckt hat die warm-süße Matsche besser. Lernt die Blumentorte wieder was dazu. Nicht auf`s Äußere schauen. Nächstes Mal also „form follows function“: ordinären Apfelstrudel vom Blech, warm, saftig, gut. Reicht völlig. Und beruhigt alles ebenso zuverlässig. Was ja das Wichtigste am Backen im Morgengrauen ist, wie jeder weiß.

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