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Fair und nachhaltig Essen

Mittwochs gibt es bei mir und meinen Mitbewohnern häufig Nudeln. Das liegt daran, dass es am Donnerstag, Freitag und Samstag auch am besten Nudeln gibt. Manchmal variiere ich die Sauce -schreibt man jetzt mit o , jaja, – damit wir nicht immer die gleichen Nudeln essen. Manchmal gibt es auch Leberkäse aus der Pfanne oder Schnitzel aus der Pfanne oder Kassler aus der Pfanne oder Fischstäbchen aus der Pfanne, mit viel Fett dabei und ordentlich Sättigungsbeilage. Keine Nudeln dann, sondern eher Kartoffeln und manchmal Reis. Nein, es gibt nicht immer Saucen dazu. Ist ja kein 5Sterne Restaurant und ich muss mich ja schließlich auch mal kreativ ausruhen.

Da es so oft so ungesunde Kost gibt und meine Mitbewohner maulende Plagegeister sein können, was ich mittags echt nicht leiden kann, habe ich beschlossen, den Mittwoch zum kulinarischen Höhepunkt weiterzuentwickeln. Ab sofort lasse ich Jamie Oliver und Tim-Tom Mälzer am Herd aussehen wie die Augsburger Domsingknaben bei Tag: Große Klappe und nix als scheppernde Luft! Jetzt wird gekocht, hier kann man noch was lernen, die Hörren! Gesundes kommt auf den Tisch!

Das ist aber, damit es originell, spannend und ein bisschen leger französisch-mediterran-italophil daherkommen kann immer ein recht spontanes Erleben, welches mehr so aus der Hüfte heraus umgesetzt wird. Aktion „Sauberer Kühlschrank“ also…. alternativ dachte ich an „Gib-mir-5-Zutaten- und- ich-mache-was-Tolles-draus“. Gedanke dahinter: auch ich muss lernen, mit den Aufgaben zu wachsen. Leben lang mache ich es mir bequem, mit Mathe und in der Küche, immer schön am Taschenrechner und im TK-Regal gewühlt, und jetzt gehen wir hier völlig vor die Hunde. Das ist nicht nachhaltig. Meine Mitbewohner sollen ja auch mal nicht mutierende Zellkulturen entwicklen können, hormonfrei und nachhaltig. Vor allem aber FAIR!

Heute also die Top Ten der Lieblingsnahrungsmittel aller Deutschen auf den Teller gekünstelt.

Da war ich nicht zimperlich! Saisonal eingekauft. Absolut!!! Feldsalat (sogar geputzt!) mit braunem Linsengemüse (in Brühe geköchelt, auf den Punkt, zart und rund), darauf ein paar Würfel Rote Beete mit Himbeerbalsamico und Sauerrahm (ist wichtig, wegen der Oxal-Säure, bei Rote Beete und Rhabarber immer Milchprodukt dazu, wegen der Oxaaalsäure), darauf schnell noch ein paar zarte Flöckchen Apfel gerieben – SAH TOLL AUS! Farbenfroh und gesund, grün, braun, rot und weiß, so wie es in der Apothekenrundschau und der Brigitte Diät empfohlen wird. Hätte es fotographieren sollen….

Hätte ich auch können. Und zwar noch Stunden später. Sah aus wie NEU! Meine Mitbewohner fanden das Kassler aus der Pfanne und die Salzkartoffeln dazu echt lecker.

Ich finde, die Reaktion war insgesamt NICHT FAIR aber eben dank meiner absolut hinreissenden Ambitionen:  NICHT NACHHALTIG.

Ich habe sehr gesund und mit frohem Appetit gegessen. Tüdeltü, dachte ich mir so….Fleischlos und ohne Kartoffeln, weil die anderen ja satt werden wollen. Werde nicht aufgeben. Mit so einer Schlamperei kommen die mir kulinarisch nicht davon. Im nächsten Jahr geht es weiter.

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