Blumentorte

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Monatliches Archiv: Juni 2016

Umsonst und draußen

Am Nebentisch ein Seebär im verschwitzten Shirt und eine Dame mit Stoffblume an Marinekleid. Er berichtet ihr, dass er den ersten Weltkrieg endlich in Kisten gepackt hat und diesen nun in den Keller tragen wird bei der Schweinehitze. Sie meint zu ihm, dass er dann sicherlich besser schlafen wird. Es klingt wie Ruhe in Frieden, …

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Regenlandien – Tag 5

  Wenn es in einem Zimmer regnen könnte, so würde mir das helfen zu verstehen, wo die Dinge in diesem Zimmer sind, würde mir ein Gefühl dafür vermitteln, dass ich in diesem Zimmer bin und nicht bloß auf einem Stuhl sitze. (Aus dem Buch „Im Dunkeln sehen/Erfahrungen eines Blinden von John M. Hull)

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Regenlandien – Tag 4

  1Ich glaube, dass dieses Erlebnis, bei Regen eine Tür zu einem Garten zu öffnen, mit dem vergleichbar sein muss, was ein Sehender empfindet, wenn er die Vorhänge aufzieht und die Welt draußen sieht. (Aus „Im Dunkeln  sehen/Erfahrungen eines Blinden“ von John M. Hull )

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Regenlandien – Tag 3

„Ich weiß, dass all diese Dinge da sind, aber ich weiß das nur aus der Erinnerung Sie geben mir keinen unmittelbaren Hinweis auf ihre Existenz, ich kenne sie in Form einer Prophezeiung. Sie sind, was ich in den nächsten Sekunden erleben werde. Der Regen öffnet mir die Welt nach vorn und zeigt mir die tatsächlichen Beziehungen …

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Regenlandien – Tag 2

„Regen hat die Eigenart, die Umrisse aller Dinge hervorzuheben, er wirft ein farbige Decke über Dinge die vorher unsichtbar waren; wo vorher eine unterbrochene und damit zersplitterte Welt war schafft der gleichmäßig fallende Regen eine Kontinuität akustischer Wahrnehmung“ (aus dem Buch „Im Dunkeln sehen/Erfahrungen eines Blinden“ von John M. Hull)  

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Regenlandien – Tag 1

„Ein Tag an dem es nur warm ist, wäre wahrscheinlich auch ein schöner Tag, aber Donner macht ihn aufregender, weil er plötzlich ein Gefühl von Raum und Entfernung vermittelt. Der Donner baut mir ein Dach über den Kopf, eine sehr hohe gewölbte Decke aus polternden Geräuschen.“ (Aus dem Buch „Im Dunkeln sehen. Erfahrungen eines Blinden“ von …

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Picasso und ich in Schwäbisch Hall

… an einem Sommertag. Während er damals die entartete Kunst bastelte, ist es mir gelungen, entseelte Bilder zu knipsen, menschenleere Stadtansichten zu fotografieren. Habe die Leute alle ausgeblendet. Mache das immer so. Offenbarte sich mir heute beim Betrachten. Wünsche ich mir eine leere Welt? Während Picasso alles so hastig zu füllen schien mit Abbildungen von Menschen. Tausendfach. …

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Den Rilke 5 Mal Lesen, bitte

Nenn ich dich Aufgang oder Untergang? Denn manchmal bin ich vor dem Morgen bang und greife scheu nach seiner Rosen Röte – und ahne eine Angst in seiner Flöte vor Tagen, welche liedlos sind und lang. Aber die Abende sind mild und mein, von meinem Schauen sind sie still beschienen; in meinem Armen schlafen Wälder …

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