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Hesse zum 4.en Advent

Sie sollten nicht fragen: „Ist meine Art und Einstellung dem Leben gegenüber die richtige?“ – denn darauf gibt es keine Antwort: jede Art ist ebenso richtig wie jede andre Art, jede ist ein Stück Leben. Sie sollten vielmehr fragen: „Da ich nun einmal so bin wie ich bin, da ich diese Bedürfnisse und Probleme in mir habe, die so vielen andern scheinbar ganz erspart bleiben – was muss ich tun, um dennoch das Leben zu ertragen und womöglich etwas Schönes aus ihm zu machen?“ Und die Antwort darauf wird, wenn Sie wirklich auf die innerste Stimme hören, etwa so sein: „Da du nun einmal so bist, solltest du andre wegen ihres Andersseins weder beneiden noch verachten, und sollst nicht nach der ‚Richtigkeit‘ deines Wesens fragen, sondern sollst deine Seele und ihre Bedürfnisse ebenso hinnehmen wie deinen Körper, deinen Namen, deine Herkunft, etc.: als etwas Gegebenes, Unentrinnbares, wozu man Ja sagen und wofür man einstehen mussp1740602, und wenn auch die ganze Welt dagegen wäre.“ Mehr weiß ich nicht. Ich kenne keine Weisheit, die mir das Leben erleichtern würde. Das Leben ist nicht leicht, nie, aber danach, ob es leicht sei oder nicht, haben wir gar nicht zu fragen. Wir müssen entweder am Leben verzweifeln, das steht jedem frei, oder wir müssen es ebenso machen wie die scheinbar Gesunden und Tüchtigen, die scheinbar Problem- und Seelenlosen: wir müssen versuchen, unsere Natur als das einzig Richtige zu nehmen, unsrer Seele alle Rechte zuzugestehen.

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14 Kommentare

  1. Das ist mir schon fast etwas zu negativ-melancholisch. Das klingt für mich wie: Das Leben ist ein Jammertal, da müssen wir hindurch. Ich halte auch nichts von den Phrasen vieler „Persönlichkeitsentwickler“ sich einen „positiven Sprachgebrauch“ zuzulegen und nicht mehr zu „müssen“, sondern zu „wollen“. Letztlich sind das alles Betrachtungen des „Außen“ kurz zusammengefasst in den zwei Fragen; „Wie sehe ich die Welt“ und „Wie sieht mich die Welt“
    Irrelevant werden diese Fragen, wenn man alles „Müssen“ erst einmal in Frage stellt. Grundvoraussetzung um die „eigene Mitte“ zu finden. Die eigene Mitte zu finden, heißt dann auch sich selbst so anzunehmen wie man ist – sich selbst zu „lieben“. Dies ist wiederum die Voraussetzung um Liebe geben zu können ohne Erwartungen an die gegebene Liebe zu knüpfen und damit indirekt auch an den „Geliebten“.
    Dann haben die „scheinbar Gesunden und Tüchtigen, die scheinbar Problem- und Seelenlosen“ als Maßstab für unser eigenes Leben ausgedient 😉

    Noch einen schönen 4. Advent vom Womolix

    • Den Hesse gut erweitert, würde ich sagen. Alles sehr wahr, kann ich so unterschreiben. Ich fand`s nicht so negativ. Jammern wird bei Blumentorte nicht toleriert, Machen ist das Motto. Danke für Deine Gedanken und ein kräftiges „Jawoll“ zum vierten Advent!

      • Null-Toleranz gegenüber dem Jammern – ist das nicht ein tolles Motto für 2017 ☺

  2. Ja, unbedingt! 🙂

  3. Herr Ärmel

    „Null-Toleranz gegenüber dem Jammern – ist das nicht ein tolles Motto für 2017“
    Ich bin schon jetzt dabei…
    Abendgruss aus dem Bembelland,
    Herr Ärmel

  4. Nicht jammern, aber Kritik. Zynismus ist Genaugkeit.

    Und deswegen direkt mal ein diametraler Widerspruch: Nein, nicht auf seiner Natur beharren, sondern seine Kultur entwickeln. Niemanden, nicht sich selbst, nicht andere als „gegeben“ akzeptieren. Die Diktatur der Seele verneinen. Das Recht einfordern, anders werden zu dürfen.

    • Ich sehe keinen Widerspruch. Ich kann meine Natur leben und dennoch meine Kultur entwickeln. Nur wenn ich meine Natur kenne und annehme, kann ich das. Sonst wird es ja eine beliebige oder irgendjemandes Kultur. Ich will nicht anders sein als ich. Und auch nicht werden. Nur daraus entsteht meiner Erfahrung nach gesunde Entwicklung und Wachstum statt kranker Degeneration. Meine Seele ist kein Diktator. Sie ist. Zynismus hat Unschärfen, um es milde auszudrücken, manchmal ist er nichts weiter als Attitüde, Eitelkeit und Provokation. All das liegt Ihnen gottseidank fern, wie ich weiß. Sie denken einfach unheimlich scharf nach. Was durchaus Kultur ist und bereichert. Danke für den gewürzten Kommentar!

      • Vorschlag zur Güte: Die Natur des Menschen ist es, widernatürlich zu sein.

      • Soll heißen?

      • Die Natur des Menschen ist es, Dinge wider die Natur zu tun (Technik, Kunst, usw). Also ist Natur-Kultur kein so billiger Gegensatz.

      • Lieber Phelotom, möglicherweise haben Sie recht. Ich werde es wohlwollend betrachten.

  5. … Jammerlappen bringt einen nicht nach Vorne, also ich bin auch dabei 2017 darf kommen 😉

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