Blumentorte

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Aufgeräumt und nachgegrübelt

Lange nicht hier gewesen. Wieder zu lange pausiert. Das Leben kam mit Wucht dazwischen. Nix Großes. Halt das Dasein. Erfahren, dass Gegenwart 3 Sekunden dauert. Anderes gelesen als die Blogs von echten Menschen. Bücher, ZeitsparundGeldvermehrungsbücher, Fachliteratur. Endlich alles besser wissen, schlauer machen, lernen von den gewitzten Weisen. Esoterikwelten betreten und verlassen. Leben neu ausgedacht. Dann getüftelt, wie man das besser machen kann mit dem Leben. Für die anderen. Die ganze Welt. Aber vor allem für mich. Die Wahl versucht zu ignorieren. Jeden Morgen über Plakate gelächelt, mal bitter, mal erheitert. Dazwischen überlegt, warum nicht alle alten Bücher weggebracht werden können zum Sozialkaufhaus oder zum Flohmarkt. Was wohnt in denen, das nicht weg kann. Ein paar Hinweise gefunden. Hilde Domin, die stets Unstete, nannte Gegenstände „Schoßhunde“, die einen belasten, weil sie einen volljammern, damit man sie ins Haus holt und dann wieder, wenn man ohne sie weiterziehen will. Blei am Wanderschuh. Drum achte, wo Du Dein Geld hingibst und was Du dafür erhältst. Nesthäkchen kann nicht weg, weil ihre Familie meine Lieblingsheimat war. Dann war sie selbst die tolle Mutter, heute unerträglich, einst warmheimelig heldenhaft. Darunter steht die Biographie von Donna Mar, Picassos freier Muse. Dazwischen 30 Jahre Leseleben. Das Leben verändert einen offenbar. Achguck. Jetzt also wieder leere Schalen im Schrank. Und weniger. Und wieder Zeit für mehr. Bloglesen von echten Menschen. Schön ist das. Wie heimkommen.

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30 Kommentare

  1. Und wenn Du mal wieder Bücher von Hilde Domin loswerden willst, ich füttere die Schoßhunde gern! Welcome back!

    • Wird einem warum ums Herz. Danke. Und: die Hilde kommt nicht weg. Der Tucholsky musste weichen. 😉

      • Was?! Dieser Papiertiger darf auch immer gern unterschlüpfen.

      • Es blieben nur die „Best Of“, also die, die mir immer etwas sagen. Manche sagen einem nur in manchen Phasen etwas. Manche liest man und vergisst man. Ist wie im echten Leben.

      • Ja, aber Tucholsky wird nie schweigen, das ist traurig und gewiss.

      • Irgendwann an einem grauen Samstag Abend hatten wir uns nichts mehr zu sagen. Sowas passiert. Auch dem Tucholsky.

      • Ungläubigkeit. Welcher Text war das?!

      • Gedichtband. Ich schätze zeitgenössische Poesie, Handfestes der letzten 100 Jahre. Davor wird`s meist zu schnörkelig. Aber Tucholskys Gedichte waren mir wohl zu tendenziell politisch, das schien immer durch. Auf Dauer nicht mein Ding. Verzeih`.

      • Verzeihen? Kein Vergeben, kein Vergessen, und ich finde Dein Schreiben gerade dann spannend, wenn es tendenziell politisch wird. Aber mag eine Sache der Dosis sein.

      • Ja, ist es. Die Dosis, das Timing, der Rhythmus. Daran kann vieles scheitern. In der Politik, der Lyrik und dem Leben. Auf bald!

      • Gehab Dich wohl!

  2. immer was los …

    schön … dass DU wieder da bist …

  3. … Leben ist… aber Bücher, die kein Fast Food sind, bleiben Freunde auf deinem Weg… die natürlich Freiheit verdienen… willkommen in der Tastatur eines Blumenmädchens 😉

  4. Sie zeigen sich wieder – fein. Und beschäftigt mit Reduktionen – noch feiner.
    Ihren Gedanken zu Büchern kann ich gut folgen, bin ich doch derzeit mit Antiquaren in Verhandlung, fast alles Gedruckte im Ärmelhaus zu verkaufen.
    Kurznachmitternächtliche Grüsse aus dem Bembelland,
    Herr Ärmel

    • Hui! Das ermutigt mich enorm. Gerade einer wie Sie, werter Herr Ärmel, der die Welt gesehen bereist, beschrieben und gelesen hat, dem also das geschriebene Wort und Wissen sozusagen heilig sein dürfe …. gibt weg?! Was bewog Sie, dieses quasi Sie Ausmachende frei zu geben?

      • In Ihrem letzten Satz liegt quasi schon der Schlüssel zur Beatwortung Ihrer Frage. Es ist die Erkenntnis, dass nicht die Bücher (und viele andere schöne Äuserlichkeiten) mich ausmachen. Was mich, wie auch andere Menschen, ausmacht, ist die (Quint)Essenz, die Verarbeitung aus dem, was einem aus Büchern und anderen materiellen Gegenständen entgegenkommt.
        Es lohnt nicht, die Dinge aufzubewahren. Insofern wirkt die Reduktion wie ein Sieb oder ein Filter. Wichtig ist nur, was der Entwicklung unserer Persönlichkeit dient.

      • Was soll ich sagen? Stimmt genau. Das haben Sie gut für mich zusammengefasst. Die Dinge haben/hatten einen Job zu erledigen. Bei Büchern ist es wohl so, dass man ihre Botschaft und das, was während des Lesens in einem verfängt und reift, bleibt. Danach kann Buch bzw. Gegenstand weg. Mhm. Stimmt. Ich denke noch ein wenig darauf herum. Irgendetwas klebt noch. ….. Ihnen vielen lieben Dank! Sie sind mir da offenbar voraus, das ist hilfreich! Herzliche Grüße, die Blumentorte

  5. Lo

    Der Vergleich mit den Schoßhündchen ist so zutreffend!
    Toll geschrieben – willkommen zurück.
    🙂

  6. Ich freu mich auch, Sie wieder zu lesen!
    In Ihren Texten fühle ich mich immer sehr zu Hause!

    Liebe Grüße
    Gabriele

    • Wie immer freue ich mich über Ihren Besuch und ihre An-Teil-Nahme. Schön, Sie so verbunden zu wissen.
      Liebe Grüße
      die Blumentorte

  7. creava

    Hallo Blumentorte,
    Deine Texte gefallen mir *****
    ich war auch eine ganze Weile fort :-)) komme langsam wieder in Schwung.
    Herzliche Grüße v. Creava

    • Ich mag Deine Bilder so gern! Herzlich willkommen zurück und auf eine Neues!

  8. creava

    Herzlichen Dank für Deine Besuche auf meinem Blog!
    GG

    • Sehr gern, bin immer mal wieder da. hinterlasse nur nicht immer etwas. Auf bald!

  9. Ich habe rigoros ganze viele Bücher bei momox verkauft. Bis auf die Lieblinge, die ich nie weggeben würde. Nun sind meine Regale etwas leerer. Und das fühlt sich gut an. ich las letztens ein gutes Buch von einer Japanerin über das Aufräumen, die auch beschrieb, wie Dinge, die nicht benutzt werden, ein Eigenleben entwickeln. Wie Freunde, um die man sich nicht mehr kümmert, fangen sie an zu schmollen und geben ihre negative Energie ab.

    • Das Buch habe ich auch gelesen. Waren ein paar neue, sehr hilfreiche Gedanken auch für die geübte Ausräumerin drin. Herzliche Grüße!

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