Blumentorte

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Novemberblau in der Wanne

Ist ja  bekanntlich nicht jedermanns Sache, so ein Novembertag. Die Stadt wird heute Nachtblau tragen, es gibt einen Ball, an dem ich auch in diesem Jahr nicht teilnehmen werde und es gibt Menschen, die mich dort nicht treffen werden, weder mit Blicken noch mit Worten, was gut ist für mein Herz. Da muss man ja aufpassen mit dem eigenen Herzen, sonst gibt es bekanntlich Malheur und Sauerei. Und keiner kommt putzen. Dieses Herz wird daher abends im Novemberblau herumtreiben, der Badezusatz ist bereits gekauft und für den Abend parat. Dieses Jahr keinen Campari dazu. Jajaja, als einzige Frau in diesem Land, die ohne Proseccofreuden lebt, sollte man irgendwann konsequent auf Hochprozentiges umsteigen. (Guinness kommt nicht mehr in Frage, letzten Samstag wieder probiert: so viel Flüssigkeit bis man halbwegs angeheitert ist und dann sofort diese lähmende Müdigkeit. Nä. Not for me.) Schnaps ist da deutlich schärfer und spart wirklich Zeit. Ohnehin bin ich da im Vorteil: Ich trinke das ganze Jahr nix, mein Körper ist daher im Falle sehr kooperativ und hupps, bin ich nachtblau. Okay, man schreibt so keine Romane, dazu bräuchte man guten Rotwein oder Whisky, so las ich, außer der Name endet mit „ski“ oder „way“… aber wer will schon immer Romane schreiben? (Und Bukowski lag ja vermutlich eher unter dem Tresen, wo es sicher auch warm und glitschig ist im Morgengrauen… mal ehrlich, dann hat der Bukowski da geschrieben? Oder ist er heimgewabert und hat dann vergeistigt zu Stift und Papier gegriffen? Ohne Wanne, glaube ich. Ist offenbar ein dreckiges Wunder von Mann gewesen. Was gut sein kann. Aber nicht muss. Außerdem hat der sicher nicht gut gerochen.) Ich werde nach Jasmin duften. Mit Williams-Fähnchen. Auf der blauen Packung von dem blauen Badezusatz eine Frau im Yogasitz. Das könnte man versuchen… quer vielleicht…? Aber dann schreiben? Schreiben in der Wanne ist ja schon nüchtern und geradeaus ein Gefrickel ohne Gemütlichkeit. Am Ende heulste vor Ungeschick. Lieber führt man Selbstgespräche oder singt ein paar Lieder. „Badewannentango“

läuft irgendwann ziemlich flüssig, zumindest der Refrain.  (Was man da in der blauen Wanne sonst so macht besoffen herumliegend im Blau?…. Also, keine Ahnung, ich kann mich nicht erinnern.)

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13 Kommentare

  1. Also, ein Gedicht oder einen Blogeintrag kriegt man unterm Tresen schon noch zusammengekratzt.

    • Und dann gilt das Lindenberg-Prinzip: „breit schreiben, nüchtern gegenlesen – oder umgekehrt“.

      • Sie laufen langsam zur Höchstform auf. Ich traue mich fast gar nicht, auch noch Begeisterung zu signalisieren. Aber was Volltreffer-Sätze angeht, sind Sie in dieser Woche eindeutig die richtige Adresse.

      • (der is nicht von mir, sondern von udo…)

      • Egal. Zur rechten Zeit ein treffendes Zitat zu platzieren will gekonnt sein. Dafür der Applaus.

      • Dann: Danke. Dein Text ist in meiner Stimmungskurve auch sauber platziert.

      • Irritierend. Wünsche Dir also einen Tresen, unter dem es trocken und warm ist?

      • Du glaubst gar nicht wie attraktiv diese Vorstellung wird, wenn die Alternative einen vom WG-Putzplan aus drohend anlächelt.

      • Ich wünsche eine gute Entscheidung! 🙂

  2. Köstlich ! Habe ich gerade sehr amüsiert:-)

    • Toll! Da freue ich mich – so sollte es sein! Heitere Grüße, die Blumentorte

  3. Den hab ich ja schon ewig nicht mehr gehört, den Peter Alexander. Liebe Blumentorte, ich habe mich sehr gefreut – hatte gerade deinen schönen Kommentar auf meinem Blog gelesen und ihn leider gelöscht. Versehentlich. Und krieg ihn nicht mehr zurück. DANKE. Angela

    • Wie schön, dass ich Dir eine Freude machen konnte. Im Gemüt leuchtet der Kommi, (nun wortlos aber nicht verloren) hoffentlich weiter durch den trüben Sonntag. Liebe Grüße, die Blumentorte

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