Blumentorte

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Drei geteilt durch 33

Jeden Morgen 3:33 wach, seit Wochen. Vor allem die Stunden bis die Sonne aufgeht sind schwierig. Nach ein paar Atemzügen im Dunkeln wird das Verlangen übermächtig, kühle Nachtluft ins Zimmer zu lassen, die aus dem stillen Draußen, scheinbar aus dem All hereinströmt und die Fragen wieder ins Wirbeln bringt. „Wie oft wohl?“ „Wie lange schon?“ „Warum?“ „Wieoftwielangewarumwieoftwielangewarum“. Keine Geräusche zu machen obwohl der Tatendrang viel mächtiger ist als alle restlichen Stunden des Tages. Nicht lesen können, weil die Hände und die Geister im Kopf keinen Frieden schenken sondern herumwieseln wie fehlgeleitete Irre auf einem Fließband ins Nirgendwo. Wieoftwielangewarum. Meditation beginnen. 15 Minuten Frieden. Blick auf Uhr, erst 4 geteilt durch 5. Lesen undenkbar. Mit irgendeinem Kräutertee die bittere Galle runterschlucken, die sich dem Weg nach oben bahnen will und doch nur die Mundwinkel hässlich beschwert.  Dann am Fenster sitzen und im Osten auf das Orange warten. Manchmal noch Sterne. Die Ampel am Ende der Straße beginnt um 6 Uhr grün zu werden und brennt einen Punkt in meine müden Pupillen. Endlich 7 geteilt durch 15. Orange am Horizont. Spazierengehen im Frost, vorbei am gelben Blümchenfeld. Raps oder so. Wirken, als hätten sie Nachts den Sommer getanzt und eine Fee hätte sie verflucht täglich ab 7:15 unter weißen Frostschichten zu erstarren. Ihr gelbes Kleid vom Ball tragen sie noch. Den Tag im Grau irgendwie durchleben bis 21 Uhr. 2 geteilt durch 2 ist mal eins gewesen. One. Und jetzt ist es 3 geteilt durch 33. Irgendwann wird das Orange heller strahlen als die Frage ins Unendliche. Nur noch ein paar Tage.

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19 Kommentare

  1. was´n los ?

    • Aus einer Einheit wurden wieder Zwei. Verrat. Das übliche Schäbige eben. Geht vorbei. Gibt auf jeden Fall Schlimmeres.

      • sei nicht traurig … DU hast mich doch …

        eine WILDE Kirsche auf der Torte … sozusagen … 😉

      • Das ist mehr Entzücken als ich ertragen kann. Sehr süß von Dir, im wahrsten Sinne. Dankeschön!!!

      • soso … DU bist also eine von den Damen … die es nicht ERTRAGEN … wenn man(n) bestrebt ist … ihnen ab und zu … ein gutes Gefühl zu schenken …

        aber BITTE …

      • Im Normalzustand kann es nicht genug sein. Da kann ich Dich beruhigen. .Aktuell allerdings ist das so eine Sache mit den wilden Kirschen. Die Lady schweigt jetzt.

      • wenn DU mal nicht mehr schweigen willst … weißt DU … wo ich zu finden bin …

        mach dir eine schöne Zeit und lass dich nicht runter ziehen …

      • Danke, das ist rührend irgendwie. Blinkerchen.

      • besser gerührt als geschüttelt …
        sagte schon der Kollege Bond …

      • Ha! Genau!

      • womit er zweifellos recht hat …

  2. Bei mir würde das dann wahrscheinlich Vierdurchnullnull genannt werden.
    Aber aus diesem Grund schreibe ich nicht.
    „…die Geister im Kopf keinen Frieden schenken sondern herumwieseln wie fehlgeleitete Irre auf einem Fließband ins Nirgendwo.“
    Auch das Nirgendwo ist nicht entscheidend. Die Geister wollen erlöst sein. Die Boten des Schmerzes freundlich empfangen. Sie sind Hinweise auf die eigenen Stärken. Sie jedoch sogleich weiterziehen lassen, wenn sie scheiden wollen.
    Ich wünsche Ihnen gute Tage und ruhige Nächte,
    Herr Ärmel

    • Danke für Ihre weisen und lebensklugen, wohlmeinenden Worte, lieber Herr Ärmel. Die Lebenserfahrung zeigt ja, dass der Schmerz gar keinen anderen Weg gehen kann, als durch dich hindurch. Weiß man`s also. Und ist bloß ungeduldig? Ich warte noch ein wenig. Es geht vorbei. Nur nicht auf den Splittern ausrutschen und liegen bleiben. Ihnen auch gute Tage (4: 0 stelle ich mich ebenso lähmend vor auf lange Sicht). Herzliche Grüße, die Blumentorte

      • Ach, liebe Frau Bumentorte, so weise und lebensklug sind meine Worte nicht. Auch mir wurden sie in kargen Lebenssituationen geschenkt.
        Wir wollen uns halt lieber freuen und Spass haben. Das ist auch in Ordnung, bloss entwickeln wir uns bzw. unsere Persönlichkeit in solchen Momenten nicht weiter. Deshalb sind wir zum Glück ja auch niemals dauerglücklich.
        Und vierzunullnull kommt immer seltener vor.
        Herzliche Abendgrüsse aus dem magischen Bembelland,
        Herr Ärmel

  3. … also vorweihnachtliche Trennung… also friede freue Eierkuchen aufgespart für den Osterhasen… bin da… was für eine Entengrütze…

    • Jawoll. Wär ich doch nur auf die Insel abgehauen wie Du. Unwissen ist auch etwas Schützendes manchmal. Wenngleich Ent-Täuschung langfristig sehr gesund ist, sagt das Leben.

      • … dann hättest du es danach erfahren… aber du hast mit Sicherheit etwas Besseres verdient als Lügen… eine Trennung ist immer Beidseitig auch wenn der Einer es erst im Nachhinein erkennt, dass etwas in Schräglage war… ich drück dich und die Insel ist wo sie immer war!!!

      • Ja, meine Worte irgendwie. Die Insel rückt allerdings umso näher durch diese Entwicklungen. Hat alles seine Vorteile, auch die Nachteile.

      • … das Paradis ist fern
        … aber begehbar … *lächel*

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